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Preisverleihung 2015

Preisverleihung am 6. August 2015

6. August 2015

Für besondere Leistungen in den Kategorien "Kultur" und "Denkmalpflege" vergab die Oberfrankenstiftung im Jahr 2015 wieder Preise, die pro Kategorie mit bis zu 15.000 Euro dotiert waren.

Außerdem wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis für besondere Verdienste um die Region ausgelobt.

Foto: Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Vorsitzender des Stiftungsrats der Oberfrankenstiftung Foto: Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg Foto: Ensemble Musikzentrum Bamberg

Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Oberfrankenstiftung, Regierungspräsident Wilhelm Wenning, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Andreas Starke, begrüßten die Gäste, besonders aber die Preisträger 2015.

Den musikalischen Rahmen der Feier gestaltete das "Ensemble Musikzentrum Bamberg" (Claudia Seidl, Saxofon, Rita Wieheier, Gesang, Ursula Flügel, Klavier).


Denkmalpflegepreis

Den Denkmalpflegepreis 2015 teilten sich in diesem Jahr

Foto: Preisverleihung an Andrea und Claus Vetterling, Bamberg Preisverleihung an Philipp Stöcklein - Gartenpavillon Adamiberg 8 in Coburg

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler betonte in seiner Laudatio:
"...Denkmalpflege wird freilich keinen Erfolg haben, wenn sie sich nur auf ein Gesetz, auf Anordnungen oder Weisungen stützt. Es braucht Institutionen, die für die Anliegen der Denkmalpflege werben. Vor allem aber braucht es Menschen, die vormachen, wie es geht. Es braucht Menschen, die sich packen lassen von der Atmosphäre eines alten Hauses. Menschen, die den alten Bestand mit Bedacht und Gefühl neu in Wert setzen. Solche Persönlichkeiten zeichnet die Oberfrankenstiftung seit Jahrzehnten aus."

Haus Am Köcklein 12 in Bamberg: "...Die Eigentümer, das sind Andrea und Claus Vetterling. Sie haben das Haus vor zwölf Jahren erworben und über mehr als ein Jahrzehnt in kleinen, wohl überlegten Schritten saniert. ...das Haus ist 1506 oder 1507 errichtet worden; 1791 wurde es umgebaut, 1869 ein kleiner Anbau errichtet, 1908 ein Kamin eingezogen. Mit viel Feingefühl haben die Eheleute Vetterling die Spuren der ursprünglichen Bauzeit, also des ausgehenden Mittelalters, aber auch Reste aus späterer Zeit sichtbar gemacht. Man merkt es, wenn man mit den Eigentümern durch ihr Haus geht: Sie haben versucht und versuchen immer noch, das Gebäude zu verstehen. Sie wollen begreifen, warum Bauhandwerker früherer Jahrhunderte dieses oder jenes Detail geschaffen haben. Warum sie es genau so und nicht anders gestaltet haben. Das ist mustergültig gehandelt."

"...Das zweite auszuzeichnende Objekt ist der Gartenpavillon Adamiberg 8 in Coburg. ...Ein hoher Finanzbeamter des Coburger Herzogs ließ es sich im Jahr 1862 errichten. Der aus Neustadt stammende Maurermeister Paul Gehrlicher schuf das 'Sommerschlösschen', wie man es auch nannte, in Formen der Neo-Romanik. ...Das Haus und sein Umgriff machten noch um die Jahrtausendwende einen geradezu verwahrlosten Eindruck. Eine Wende bahnte sich an, als 2005 die Schülerverbindung Ernesto-Albertina zu Coburg das Haus mietete. 2012 kaufte ihr 'alter Herr', Herr Philipp Stöcklein aus München, den Gartenpavillon und sanierte ihn in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. ...Im Äußeren wie im Inneren erstrahlt das 'Tusculum' nun im neu gewonnenen alten Glanz."


Kulturpreis

Der Kulturpreis 2015 ging an

Preisverleihung an Stephan Klenner-Otto

Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold ehrte in seiner Laudatio den Preisträger Stephan Klenner-Otto und würdigte sein künstlerisches Schaffen und seine vielfältigen Aktivitäten:
"... 1996 kehrte er in die Heimat zurück und ließ sich in Hornungsreuth in der Gemeinde Neudrossenfeld nieder. Von hier aus entfaltet er Aktivität, weit über die regionalen Grenzen hinaus."

"... Offensichtlich hat sich Stephan Klenner-Otto längst einen Namen als Künstler, zumal als Graphiker, gemacht, und das weit über die oberfränkischen Grenzen hinaus. Er hat seine Freude daran, man spürt es. Aber dieses Renommee hat ihn nicht eitel werden lassen. Er ist sich nicht zu gut für seine Heimat, im Gegenteil: Er stößt Ausstellungen an, wirkt an Workshops mit, entfaltet über das eigene Schaffen hinaus allerhand kulturelle Aktivität. Man findet ihn auf der Giechburg und in Bad Steben, in Kulmbach und – natürlich – in Neudrossenfeld. Ihm liegt daran, dass Oberfranken eine Kulturregion darstellt – nein: dass es eine Kulturregion ist. So regt er an, schiebt er an, fördert er. Und vor allem bringt er Menschen zusammen – und das ist doch wesentlich für alle Kulturarbeit."

"... Stephan Klenner-Otto malt und zeichnet, aber prägend für sein Schaffen ist die Radierung. Ist es ein Zufall? Wie dem auch sei – diese Technik passt so recht zu Stephan Klenner-Otto. Er bleibt nicht an der Oberfläche, er kratzt an ihr, er reißt sie auf, er geht unter die Haut."


Sonderpreis für besondere Verdienste um die Region

2015 verlieh die Oberfrankenstiftung einen Sonderpreis für besondere Verdienste um die Region an

Foto: Preisverleihung an Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser, Waischenfeld

In seiner Laudatio betonte Regierungspräsident Wilhelm Wenning:
"... als Vorsitzender des Stiftungsrats der Oberfrankenstiftung und auch als Regierungspräsident von Oberfranken freue ich mich, in diesem Jahr die Laudatio für den Sonderpreis der Oberfrankenstiftung für den besonderen Einsatz eines exzellenten Wissenschaftlers und Förderres des Ländlichen Raums in Oberfranken vortragen zu dürfen. Es erfüllt mich mit Freude, zu sehen, welch großartige Arbeit Sie, Herr Prof. Gerhäuser, über viele Jahre hinweg für Oberfranken im Hochtechnologiebereich geleistet haben."

"... Rechtzeitig und mit vollem Elan haben Sie die Entwicklung des Forschungscampus Waischenfeld, Ihr – wenn ich so sagen darf – ganz persönliches Infrastrukturprojekt zur Stärkung des ländlichen Raums, initiiert und aktiv vorangetrieben."

"... Mit ihm (Forschungscampus Waischenfeld, Red.) haben Sie in Oberfranken neue Strukturen geschaffen, die Innovationen fördern und zukunftsfähige Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Der Forschungscampus ist außerdem der beste Beleg dafür, dass außeruniversitäre Forschung auf Spitzenniveau auch in den ländlichen Räumen Oberfrankens stattfinden kann."


Foto: Gruppenbild mit den Preisträgern